Fersensporn

Plantarer Fersensporn
Dorsaler Fersensporn
Carina calcanei

Es handelt sich um eine spornartige Verknöcherung am Ansatz der Fußsohlensehnenplatte (Plantaraponeurose) an der Unterseite des Fersenbeins (plantarer Fersensporn) oder an dessen Rückseite (dorsaler Fersensporn) am Ansatz der Achillessehne.

Ursachen

Die Fußsohlensehnenplatte, die von den Mittekfußknochenköpfchen im Vorfußbereich sich nach hinten V-förmig verjüngt und an der Unterseite des Fersenknochens fixiert ist, hält das Längsgewölbe des Fußes wie die Sehne einen Bogen: wird von oben zuviel Gewicht auf diese Konstruktion gegeben, Gerät die Sehnenplatte an ihrem knöchernen Ansatz zunehmend unter Spannung, hier treten bei jedem Schritt vermehrte Zugspannungsspitzen auf, die dauernd wiederholte Reizung mündet schließlich in eine Entzündungsreaktion mit Übersäuerung des umgebenden Gewebes: sowohl die Zugbeanspruchungen am Knochen als auch die Gewebeübersäuerung lösen die Ausbildung eines knöchernen Sporns aus, der Fersenknochen wächst jetzt in die Sehnenplatte hinein und bildet den Plantagen (unteren) Fersensporn aus,
Beim seltener auftretenden dorsalen (hinteren) Fersensporn kann durch eine Knickfußdeformität - die Füße bzw. Sprunggelenke stehen von hinten betrachtet in einer X-Stellung - der Achillessehnenansatz an der hinteren Ferse unter vermehrten Streß geraten, wobei erhöhtes Körpergewicht dabei die Fehlstellung zusätzlich verstärkt, auch jetzt kann der Sehnenansatz verknöchern.

  • Übergewicht
  • Absenkung des Fußlängsgewölbes
  • Knickfüßigkeit
  • vermehrte Spannung am Sehnenansatz

Symptome

Da der plantare Fersensporn an der Fußsohle in ein dickes Fettpolster eingebettet ist, bereitet er nicht immer Beschwerden, auch der hintere Fersensporn kann unbemerkt bleiben. Treten jedoch Symptome auf, so äußern sie sich als stechende, helle, belastungsabhängige Schmerzen an der Unter- oder Rückseite der Ferse, die häufig beim morgendlichen Aufstehen besonders stark sind und sich dann im Läufe des Tages bessern können, bisweilen Klagen die Patienten auch über einen dumpfen Dauerschmerz.

  • helle Schmerzstiche an der unteren oder hinteren Ferse, belastungsabhängig
  • häufig als Anlaufschmerz
  • seltener dumpfer Dauerschmerz

Diagnostik

Es finden sich typische Druckschmerzen an der Fersenunterseite, die entsprechend dem Ansatz der Sehnenplatte leicht nach fußinnenrandwärts versetzt oder aber lokakisiert am Achillessehnenansatz an der Rückseite der Ferse auszulösen sind. Entlastungsversuche und Ausweichmanöver des Patienten können zu Gelenkblockierungen sowohl im Fußskelett als auch am Knie und im Beckenbereich führen: hier führen wir standardisiert eine genaue manualtherapeutische Untersuchung durch, um anschließend durch gezielte das Abrollen des Fußes wieder zu Harmonisieren und die physiologische Funktion des gesamten Beines einschließlich Becken wiederherzustellen. Mit der Pedobarographie können pathologisch erhöhte Belastungsspitzen an der Fußsohle erfaßt und später mit einer geeigneten Einlage abgepolstert werden. Eine akute Entzündungsreaktion der Sehne kann durch Ultraschalluntersuchung oder Kernspintomographie exakt dargestellt werden, mit einer seitlichen Röntgenaufnahme der Ferse bildet sich der Fersensporn selber wie aber auch eine knöcherne Deformität an der oberen Hinterkante des Fersenknochens (sog. Haglund-Exostose), die ihrerseits ebenfalls zu Beschwerden an der Achillessehne führen kann, gut ab.

Therapie

Soweit es der Reizzustand zuläßt, führen wir zunächst die gezielte Mobilisation sämtlicher blockierten Gelenke der unteren Extremitäten einschließlich der Kreuzdarmbeingelenke am Becken durch: die Wiederherstellung der Funktion der gesamten Bewegungseinheit ist die Grundvoraussetzung für das schnelle Gelingen der anschließend angewendeten Therapiemaßnahmen - in einigen Fällen reicht die Manualtherapie, die wir gerne in Kombination mit Akupunktur anwenden, bereits aus, um Beschwerdefreiheit zu erzielen. Es kann jedoch sinnvoll werden, zusätzliche Maßnahmen zur Reiz- und Entzündungshemmung durchzuführen, hierzu zählen nächtliche Packungen mit einer angewärmten Paste aus Weidenrindenextrakt (Salicylsäure), die Einnahme oraler Entzündungshemmer (Arnika/Traumeel oder nichtsteroidale Antirheumatika/NSRA) und Enzyme (z.B. Wobenzym) und die lokale Injektionsbehandlung mit Traumeel oder auch unter größter Vorsicht Kortison. Mit speziell angepaßten Einlagen wird der Fersensporn durch eine Schaumstoffpolsterung weichgebettet und gleichzeitig entlastend abgestützt, ein Knickfuß wird durch eine Unterstützung am Fußinnenrand korrigiert. Als weitere sehr gut wirksame Behandlung der Erkrankung bieten wir mit der fokussierten Stoßwellentherapie an: hierbei werden energieangereicherte Stoßwellen direkt gebündelt auf den Fersensporn geschossen und können diesen beseitigen, der Sporn wird dabei erschüttert und zerrüttet, zerfällt dann in immer kleinere Partikel und kann schließlich auf dem Blutweg abtransportiert und ausgeschieden. Die Behandlung erfolgt über 5 Sitzungen und wird von den Privaten Kassen und Beihilfen übernommen.

  • Manualtherapie
  • Entzündungshemmer (Pastenanwendung, orale Medikation, lokale Injektion)
  • Einlagenversorgung
  • Stoßwellentherapie

 

Autor: Dr. med. Thomas Lagodka, Facharzt für Orthopädie

FaLang translation system by Faboba